Schulen als Projekt und Vordenker
Schulen müssen tun, was das Kultusministerium vorgibt. Das gilt für alle Schulen. Das bedeutet aber nicht, dass Schulen nicht auch Spielraum für eigene Initiativen haben und erfreulicherweise nutzen viele diesen Freiraum. So gibt es zum Beispiel Schulen, die als Präventivmaßnahme gegen Mobbing und Gewalt unter den Schülern Schüler selbst als „Sicherheitsleute und Vermittler“ einsetzen. Geraten zwei oder mehrere Schüler in Streit, können sie diese Vermittler als Konfliktlöser einschalten. Da hier auf allen Seiten Schüler aktiv sind und man sich quasi auf Augenhöhe begegnen kann, reagieren auch gewaltbereite und aggressive Schüler oft sehr positiv auf die gleichaltrigen Vermittler. Manche Schulen bieten ihren Schülern auch Kurse an, in denen die Jugendlichen lernen, mit Auseinandersetzungen umzugehen. Sie übern in Rollenspielen, wie man sich in aufgeheizten Situationen verhält, um eine Eskalation zu vermeiden. Deeskalationstraining nennt sich diese Maßnahme.
Gemeinsam (voneinander) lernen
In anderen Schulen versucht man, die strikte Trennung der Jahrgangsstufen aufzuheben, um damit das gegenseitige voneinander lernen zu fördern. Bei diesem Projekt sitzen oft Schüler mehrerer Jahrgangsstufen in einer Klasse – die Älteren helfen den Jüngeren. Das stärkt das Sozialgefühl und die Fähigkeit, sich um andere, schwächere zu kümmern. Die jüngeren Schüler hingegen fragen dabei ungewollt das Wissen der Großen ab, denn diese können nur erklären, was sie selbst verstanden haben. Den Lehrern wir dabei natürlich das Unterrichten nicht abgenommen, wohl aber werden sie partiell von den älteren Schülern „entlastet“ und können so auch besonders auf Schwächere eingehen und sich Zeit für jene nehmen, die eben etwas mehr „Zuwendung“ oder Aufmerksamkeit brauchen. Letztlich haben also alle etwas davon, wenn man die klassische jahrgangsstufen-Trennung lockert und Schüler unterschiedlicher Altersstufen zusammenführt. Ob natürlich solche Pilotprojekte sich bundesweit durchsetzen können, bleibt offen.
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