Nicht jeder Abiturient oder generell Schulabsolvent hat direkt nach der Schulzeit Lust oder die Möglichkeit, ein Studium aufzunehmen. Einige aber entschieden sich im Laufe ihrer beruflichen Karriere dazu, doch noch zu studieren. Sei es, um ihre beruflichen Ausstiegschancen zu verbessern, mehr Gehalt zu erhalten oder aus dem Wunsch heraus, sich tiefer mit einer bestimmten Materie zu beschäftigen. Für all diese Menschen, die also schon mitten im Berufsleben stehen , wenn sie den Wunsch nach einem Studium hegen, gibt es sogenannte Fernstudiengänge.

Ganz normales Studium und doch so ganz anders
Bei einem Fernstudium besucht man zwar offiziell eine Universität, aber das meist nur virtuell. Man sitzt also nicht täglich oder mehrmals in der Woche in einem Vorlesungssaal, sondern erhält sein Lernmaterial per Email. Manchmal gibt es auch an den Abenden Live-Schaltungen zum Dozenten, bei denen mal via Internet und Webcam mit dem Dozenten verbunden ist. In einigen Fernstudiengängen sind auch sogenannte Workshops Pflicht. Dabei handelt es sich um Blockveranstaltungen , die in der Regel am Wochenende abgehalten werden. Die Termine dafür stehen oft schon zu Beginn des Semesters fest, so dass man sich lange genug darauf einstellen kann. Die meiste Zeit jedoch lernt man für sich allein.

Disziplin und Eigenmotivation – der lange Weg zum Abschluss
Das erfordert sehr viel Eigenantrieb und Selbstdisziplin, weil natürlich niemand da ist, der einen „antreibt“. Außerdem muss man das Studium, das im Abschluss oft einem ganz gewöhnlichen Vollzeitstudium in nichts nachsteht, neben der regulären Arbeit „schaffen“. Das bedeutet Doppelbelastung über eine lange Zeit. Neben der 40 Stunden-Arbeitswoche muss gebüffelt werden. Viele sind auch schon lange aus dem „Lernmodus“ heraus und müssen erst mal wieder lernen, wie man Stoff paukt. In dieser Gewöhnungsphase bricht auch ein Großteil der Fernstudium-Beginner die Teilnahme ab.