„Früher war alles besser“ – ewig gestrige sagen das gerne und oft. Aber was war früher wie und war es wirklich besser? In Sachen Schule hat sich tatsächlich viel getan und nicht jede Entwicklung ist positiv zu bewerten. Die Schule heute hat beispielsweise eine noch viel größere Erziehungsfunktion als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Sogenannte „Problemklassen“ werden da genannt, in denen die Lehrer den Schülern schon grundlegendste Verhaltensweisen beibringen müssen. Manchmal hapert es sogar an der Sprache Deutsch. Vor allem in sozialen Brennpunkten kommt es vermehrt zu Schwierigkeiten.

Aggressive Schüler und überforderte Lehrer
Ein großes Thema ist auch die zunehmende Gewaltbereitschaft, die Schüler an den Tag legen, Beeinflusst von Videospielen und Computer-Games können sie Realität und Fiktion nicht mehr trennen und sind oft vermehrt aggressiv. Diese Aggressionen lassen sie dann an schwächeren Mitschülern raus. Die Lehrer sind oft allein schon mit der „Bändigung“ der auffälligen Schüler beschäftigt und haben kaum noch Kapazitäten für zusätzliche Aufgaben oder mehr Engagement.

Lehrer als Bezugsperson
Aber es gibt auch positive Tendenzen. So hat sich die Mittagsbetreuung deutlich verbessert und die Schüler bekommen in vielen Schulen eine warme Mahlzeit, was vor 5 bis 10 Jahren noch bei weitem nicht selbstverständlich war. Auch hat sich der pädagogische Ansatz gewandelt. Lehreramtsstudenten werden im Laufe ihres Studiums auch fast schon psychologisch geschult, um ihren Schülern nicht nur Lehrer, sondern auch Mentor zu sein. Sie sollen nicht nur schulisches Wissen vermitteln, sondern auch menschliche Kompetenzen, eine Vertrauensperson sein. Gerade für Kinder und Jugendliche, die aus schwierigen familiären Verhältnissen stammen, können sie so oft eine enorme Stütze im Leben sein und diesen unsicheren, jungen Menschen helfen, Stabilität zu finden.